Museumsführungen in Gebärdensprache

Martina Bergmann (gl) führt durch die Museen in Hamburg 
DER MUSEUMSDIENST HAMBURG - www.museumsdienst-hamburg.de 

4. Quartal 2013: Führungen im Oktober, November und Dezember 
1. Quartal 2014: Führungen im Januar, Februar und März
 

Liebe gehörlose, schwerhörige und gebärdende Kulturinteressierte,
es ist wieder soweit, ein neues Quartal und sogar neues Jahr steht vor der Tür!
Ich habe mich wie immer bemüht, ein interessantes Programm zu stellen.

Die Ausstellung „Gego/Hesse“ in der Kunsthalle Hamburg würdigt das Werk zweier gebürtiger Hamburgerinnen, die jedoch als Jüdinnen zur Zeit des NS-Regimes ins Exil gingen.
Eva Hesse fertigte Zeichnungen und Skulpturen an – diese aus für die damalige Zeit neuartigen Materialien wie unterschiedlichen Kunststoffen, Polyesterharz, Silikon und verschiedensten Werkstoffen, die sie in alten Fabrikgebäuden fand. Ihre Skulpturen sind Anlass für freie Interpretation.
Gego, mit vollem Namen Gertrud Goldschmidt, wurde bisher in Deutschland kaum angemessen gewürdigt und findet nun in der Ausstellung zu Eva Hesse ein sehr passendes Gegenstück. Sie war ursprünglich Architektin, was sich auch in ihren Werken zeigt – geometrische Skulpturen aus Linien, Kurven und Verbindungen, die den Raum ausfüllen.

Eine ebenso interessante wie wichtige Ausstellung findet im Hamburger Rathaus ihren Platz.
Die Ausstellung „Euthanasie. Die Morde an Menschen mit Behinderungen und psychischen Erkrankungen in Hamburg im Nationalsozialismus“ zeigt den staatlich organisierten Massenmord an Erwachsenen und Kindern, die als „psychisch krank“, „behindert“, „minderwertig“ oder „gefährlich“ und deshalb als „lebensunwert“ galten. Bis Anfang der 1980er Jahre wurde in unserer Gesellschaft über diese Verbrechen nicht gesprochen, die völlig unserem heutigen Bild von Zusammenleben und Gleichwertigkeit der Menschen widersprechen.

Bald finden die Olympischen Winterspiele 2014 im russischen Sotschi statt – wie in den vergangenen Jahren ist der Ort und die Situation der ursprünglich ansässigen Bevölkerung nicht ganz unumstritten. Sotschi war die letzte Hauptstadt der Tscherkessen, die sie 1864, also vor genau 150 Jahren, aufgrund der Niederlage gegenüber dem russischen Zaren aufgeben mussten. Die beinahe vernichtete und weithin verstreute Volksgemeinschaft bewahrte sich trotz ihrer schwierigen Geschichte eine besonders reiche Kultur und Sprache, die Thema der Ausstellung „Tscherkessen – Vom Kaukasus in alle Welt verweht“ im Hamburger Völkerkundemuseum sind.

Ebenfalls unklar ist der Begriff „Heimat“ für die ständig wachsende Zahl der Wanderarbeiter. Ein Prinzip, das früher durch Staaten bewusst eingesetzt wurde, um günstigere Arbeitskräfte beschäftigen zu können, hat sich inzwischen enorm verbreitet und verselbstständigt. Hiermit beschäftigt sich die eindrucksvolle Sonderausstellung „Wanderarbeiter“ im Museum der Arbeit.

Zum Jahresende schicke ich Ihnen hiermit das neue Programm für das 1. Quartal 2014 und wünsche Ihnen frohe Feiertage!  Ich freue mich auf Ihren Besuch. Sie können meine Ankündigung gern weiterempfehlen, herzlichen Dank!

Winterliche Grüße 
Ihre Martina Bergmann

---------------------------------

Veranstaltungen, Termine, Programme für Menschen mit Behinderungen (Gehörlose und Schwerhörige) 
siehe Museumsdienst Hamburg 
siehe Angebote mit folgenden Symbolen:     

Führungen für Schwerhörige
mit Gunda Schröder (sh) mit unterstützenden Gebärden und Microlink-Anlage

1. Quartal 2014: Führungen im Januar, Februar und März

Sonntag 26. Januar 2014, 13 Uhr | Hamburger Kunsthalle, Galerie der Gegenwart
Gertrud Goldschmidt (Gego): Line as Object + Eva Hesse: One More than One
mehr Infos